MailBoxGuard: LoRa-Briefkastensensor 200 Meter vom Haus

Wie ich einen PricelessToolkit MailBoxGuard mit einem AliExpress-LoRa-Gateway aufgebaut habe und sofortige Push-Benachrichtigungen beim Posteingang bekomme — ohne seit über einem Jahr die Batterie gewechselt zu haben.

#lora #iot #home-assistant #diy #mailbox
20. März 2026
MailBoxGuard: LoRa-Briefkastensensor 200 Meter vom Haus

Mein Briefkasten ist 200 Meter vom Haus entfernt, am Ende der Einfahrt. Hinauszugehen um nachzuschauen ist keine große Sache. Im Regen hinauszugehen und nichts zu finden, schon.

Die Postlieferung ist unregelmäßig genug, dass ich nie vorhersagen kann, wann etwas da ist. Ich brauchte einen Sensor. Das Problem: 200 Meter sind zu weit für Zigbee, Z-Wave, Bluetooth und die meisten WLAN-Lösungen. Keines davon reicht auf diese Distanz zuverlässig durch Bäume und eine Gartenmauer.

LoRa schon.

Die Hardware

MailBoxGuard ist eine vollständige, eigenständige Einheit von PricelessToolkit — kein bloßes PCB, sondern ein fertiges, wetterfestes Gehäuse, das im Briefkasten wohnen soll. Die Elektronik basiert auf einem ATtiny1616 mit integriertem Reed-Schalter zur Türerkennung, einem optionalen AM312 PIR-Sensor für Bewegung (ich habe ihn deaktiviert — zu viele Fehlalarme durch vorbeifahrende Autos) und USB-C-Ladung mit einem einzelnen 14500 Li-Ion-Akku.

MailBoxGuard Systemdiagramm mit Sensoreinheit, LoRa-Node und Meshtastic-Gateway-Optionen

Der Formfaktor ist wichtig. Das hakenfreie Gehäuse ist so geformt, dass es sich nicht an Briefen oder Paketen verhakt. Es montiert bündig an der Briefkasteninnenwand und die Antenne sitzt im Gehäuse, ohne in den Briefeinwurf zu ragen.

Für das Gateway kaufte ich ein LilyGo TTGO LoRa32-Board auf AliExpress — unter 25 €, läuft auf 868 MHz. Ich programmierte es mit der Arduino IDE anhand der Firmware aus der PricelessToolkit-Dokumentation. Die Einrichtung dauerte einen Nachmittag. Seitdem habe ich es nicht mehr angefasst.

Warum LoRa auf 200 Metern

Ich habe zuerst einen Zigbee-Ansatz versucht. Ein Sonoff Zigbee-Dongle am Haus, ein netzbetriebener Repeater auf halber Strecke der Einfahrt. Der Empfang war unzuverlässig, und der Repeater brauchte eine eigene Steckdose. Das ist zu viel Infrastruktur für einen einzigen Sensor, der nur “Tür geöffnet” melden muss.

LoRa auf 868 MHz durchdringt Bäume, Hecke und Gartenmauer mit gutem Sicherheitsabstand. Das TTGO LoRa32 zeigt RSSI-Werte von etwa -90 bis -100 dBm vom Briefkasten — zuverlässig genug, dass ich in über einem Jahr keine einzige verpasste Benachrichtigung hatte.

Firmware und MQTT

Die von mir verwendete Firmware-Variante sendet MQTT-Nachrichten mit Home Assistant Autodiscovery-Payloads. Dafür wird ein MQTT-Broker in HA benötigt — ich nutze das Mosquitto Broker-Add-on (kostenlos im HA Add-on-Store), das einen lokalen Broker bereitstellt. Unter Einstellungen → Geräte & Dienste → MQTT konfigurieren. Wenn die Briefkastentür öffnet:

homeassistant/binary_sensor/mailboxguard/state → ON

HA nimmt das automatisch auf und erstellt eine binary_sensor.mailboxguard-Entität. Kein manuelles YAML-Setup auf der HA-Seite nötig.

Der ATtiny1616 liegt im Tiefschlaf. Wenn der Reed-Schalter auslöst, wacht er auf, sendet das LoRa-Paket und schläft innerhalb einer Sekunde wieder ein. Dieser einzelne 65-Mikroampere-Sendezyklus ist der einzige nennenswerte Stromverbrauch. Die Standby-Stromaufnahme im Reed-Schalter-only-Modus beträgt 280 Nanoampere — daher die jahrelange Akkulaufzeit.

Home Assistant Automation

Tür öffnet → Push-Benachrichtigung auf beide Telefone:

alias: Briefkasten — Benachrichtigung bei Lieferung
trigger:
  - platform: state
    entity_id: binary_sensor.mailboxguard
    from: "off"
    to: "on"
action:
  - service: notify.alle_enheder
    data:
      title: "📬 Post im Briefkasten"
      message: "Es ist Post angekommen."

notify.alle_enheder ist meine Benachrichtigungsgruppe, die beide Telefone gleichzeitig erreicht. Die Benachrichtigung hat noch nie einen Fehlalarm ausgelöst. Ein Reed-Schalter ist binär — es gibt keine Zweideutigkeit, ob die Tür offen oder geschlossen ist.

Installation

Der MailBoxGuard wird mit kleinen Magneten an der Briefkasteninnenwand befestigt. Die Antenne sitzt aufrecht im Gehäuse und die gesamte Einheit ist kompakt genug, um die Briefzustellung nicht zu behindern.

Das TTGO LoRa32 am Haus liegt in einem IKEA-Schrank, wo ich mein gesamtes Netzwerk- und Smart-Home-Equipment aufbewahre. Ein kurzes USB-Kabel versorgt es mit Strom.

Eins zu wissen

PricelessToolkit hat den MailBoxGuard zugunsten der neueren PirBOX-LITE und PirBOX-MAX eingestellt. Das sind die aktuellen Optionen beim Neukauf — gleiches Konzept, verbesserte Hardware, mehr Konfigurationsmöglichkeiten. Findet man einen MailBoxGuard auf Lager, funktioniert er genau wie hier beschrieben.

Meins läuft seit vor der Einstellung. Absolut zuverlässig.